UNIVERSITY OF

ILLINOIS LIBRARY

AT URBANA-CHAMPAIGN

BIOLOGY

MS 7 1984

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University of Illinois Urbana-Champaign

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LINNAEA.

Ein

Journal fiir die Botanik

in ihrem ganzen Umfange.

Herausgegeben / -»'^

D. F. L, von Sclilechiendal ,

der Med., Cliir. u. Philos. Dr. , ordentl. Prof. an der Uiiiversil'al zu Halle und mehrerer gelebrlen Gesellscliaflen Milglied.

Dreizehnter Band. Jahrgang 1839. Mit sieben Tafeln Abbildiinaren.

Halle a.d.S. 1839.

gedruckt auf Kosten des Herausgebers.

In Comuibsion Itci C. A. .Scliwclscldic iiiul Sohn.

D 6

I n h a 1 t.

Original - Abhandlungen.

Seite

1. Anatomische Untersuclums der Fortpflaiiznngstlicile von Ric-

cia glaiica, vom Prof. l'nger in Grätz. Hierzu Taf. I. . i

2. De Yicieis Brasiliensihus scripsit Dr. J. R. Th. Vogel . 21

3. Relation über die von dem Reisenden C. Beyricli auf seiner letzten Reise in Nordamerika gesammelten Laubmoose, von

E. Havipe^ Apoth. in ßlankeiiburg . . . .39

4. Der Berg Slavnik im Küsteniande inid seine botaniscbeu Merkwürdigkeiten insonderheit Pedicularis Friderici Augusti, besclirieben von M. Tommasini. Mit Taf. II. . . 49

5. Beschreibung eines neuen Pancratium und einer neuen Gilia, von C. Bouche . . . . . . .79

6. Bemerkungen über die amerikanischen Kirschen -Arten aus der Abtheilung Laurocerasus. Vom Heraiis(feöer . . 85

7. Dem Andenken an Adelbert von Chamisso als Botaniker, von

7>. F. L. V. Schlechtendal . . . . .93

8> Üeber Porella pinnata L. oder Jungermannia Porella Dicks,, Madotheca Porella Nees, vom Prof. Schtriiyrichen zu Leip- zig. Hierzu Taf. III. mit XIII. bezeichnet . . .113 9. Ueber den Ursprung und die Entwicklung der Botrj'tis Bas- siana und eine andere schmarotzende Art von Schimmel. Brief des Prof. Jos. Balsamo-CriveUi an den Prof. Brugna- telli •.••.... IIB

10. Beschreibung einer merkwürdigen Missbilduug von der BIü- the von Hordeum hymalayense trifurcatum h. Monsp. von Thilo Iriiüsch. Hierzu Taf. IV. . . . 124

11. Additamentum Enumerationis Filicum Mexicanarum , partim a b. Schiedeo partim a cl. Car. Ehrenbergio aliisque coUecta- rum, ad Linn. Tom. V. p. 605 625, studio Kunzii . 129

12. Ueber Conyza chilensis ^pr. und Con. diversifolia Weinm. vom Garteninspector Weinmann in Pawlowsk , . 154

13. Malpighiacearum Brasiliensium Centuriam recenset ^u</. Gri- sebach , Dr. med. ....... 155

14. De plantis Mexicanis a G. Schiedeo, Car. Ehrenbergio aliis- que collectis nuntium adfert D. F. L. de üchlechlendal (Con- tinuatio.) ........ 260

Continuatio . , , ... 402

2.989cil

IV

Seite 15 Uebcr d-ie Entwicldmi- der Sporen von Antlioccros lacvis.

Vom Prof. HiKlo Mohl. Hierzu Taf. V. . , . ^ . '^''*

ifi Nachträge zu der Bcobaclitu.ig der Luftröhreiil.aare bei Lun-

nautl.cmum Gmel. und Villarsia Veut., vom Dr. Ä. Jf-.J/o//- ^^^

vimin ' . . ' o '• •* -n^ T w

17. Observationes de Bauhinii3 Amencams. Scnpsit ur. J. it. ^^^

18 Synopsis ^'^abarum Scandinaviae, auct. AI. Ed. Lindhlom. 316 iq Zur Anzeige: Vegetahilia Celliilaria in Germanica scpt.,

praesertim Hercynia lect. ab Ed. Hampe, Pharm. Blanken- ^^^

20. wSdsteinia trifoliä Rocb! Fine'neue Art aus Siebe.iln.rsen.

Bekehr vom Hofrath ür. Koch in Erlangen. Hierzu Tat. VI. 337 •>1 Die Antritz-Oiiclle bei Grätz in Bezug auf ilire Vegetation.

Vom Prof. Dr. Unner in Grätz . . •.,../ , *

92 Ueher Saracha und Physalis. Eine briefliche M.ttheilung des

Hrn. Prof. Ilernkardi an den Herausgeber . * ^t ,

23 .Jahresbericht für die Flora Hercyniae oder zweiter ^acll- tra»- des Prodiomus von E- Hampe zu Blankcnluirg . . dOi

24 Pie'^VcKetation des Brockens, vorzüglich in UucUsicht der Phaiieroüamen. Von E. llampe zu Blankenburg . ^o>

25. Bemerkungen zur Gattung Grubbia Endlicher von J. t. ^^^

26. Pflanzen -Missbildungen, gesammelt von V. F. L. v. Schleck- ^^^

27 pVodromus Monographiae Lcmnacearura oder Conspectus ge- nerum at<iue specierum, auotore 31. .7. Schleiden, Dre. .384

28 zwei höchst merkwürdige Pflanzen -Umbildungen mitgetheilt vom Garteninspcctor Weiiwuinn in Pawlowsk . ^^^

29. Aufforderung an Deutschlands Botaniker vom Kolleg.enrath ^^^

30 Zuf '^ESlärung der unregelmässigen Form der Schmettcr-

' lin-sblüthe von IL Walsers. Hierzu Taf. Vll. . .4^7

31. Aidmadversiones criticae in Leguminosas Capenses, auctore

qo Ueber einige Wachs^thums- Erscheinungen baumartiger d.S.o-

tyledonischer Pflanzen. Mitgetheilt vom Prof. Dr. ßechs in ^^^

33. De'Galphimiis Mexicanis Annotationes auctore F. T/t. Bart- ^^^

34 Ueber Pinus Puniilio Hk. von H. R. Göppert . 5^9

35. Bemerkungen über die Familie der Piperaceen von Karl ^^^

Register" der in' den Abhaudlu'ngen vorkommeiidcn Pflanzcnnameu 727

Anatomische Untersuchung der Fortpfianzungstheile von Riccia glauca,

" vom

Prof. Unger in Grätz.

C Hierzu Taf. I. )

Unter den gegenwärtigeu Umständen, wo die hergebrachte Lehre von der Gcschlechtigkeit der Pflanzen und der Art der Zengung so bedeutenden Widerspruch gefunden, dass man nach dem, was vorliegt, kaum zu irgend einer festen Ansicht über diesen Gegenstand gelangen wird, möchte es nicht un- passend sein, die Natur dort zn Rathc zn ziehen, wo sie der Vermuthnng noch am ehesten einigen Anfschluss dieses Pro- blems zu geben verspricht. Es ist zu bedauern, dass die niederen Pflanzen in Bezug auf ihre Fortpflanzungstheile und der Entwicklung der Keime bisher noch immer sehr mangel- haft untersucht sind, da doch gerade sie es sind, die vermöge der Einfachheit ihres Baues überhaupt', und dieser Organe insbesondere, mehr als die meisten der höher entwickelten Ge- wächse geeignet scheinen, über jenen dunkeln Vorgang des Lebens Licht zn verbreiten. Ohne Zweifel dürfte diess vor- zugsweise von den Lebermoosen gelten, nicht nur weil bei ihrem, im Wesentlichen höchst einfachen Baue eine ersttiun-

IJrBd. isHeft. 1

2

lieh ffrosse Manigfaltigkcit der Formen erscheint , und diese Manigfaltigkeit nicht minder die Geuerationstheile als die äussere Gestalt betrifft, sondern auch weil die Duplicität des Geschlechtes hier, so wie hei den Moosen, evidenter ist, als selbst bei den sogenannten phanerogamischen Pflanzen.

Was ich hierüber bereits an andern Orten mitgetheilt habe, diente mir nnr zur Aufforderung-, den Gegenstand weiter zu verfolgen, und wenn ich gegenwärtig. auch nichts Unerwar- tetes vorzubringen habe, und nachstehende Untersuchungen auch in anderer Beziehung nicht über alle die wichtigsten Punkte Aufschluss geben, so darf ich vielleicht durch das Verspre- chen, dieselben für die Zukunft nicht unvollendet zu lassen, Nachsicht erlangen.

Die Frage, welche Organe zunächst auf die Bildung des Keimes (Spore) von Eiufluss sind, und welchen Vorgängen dieser unmittelbar seine Entstehung, Wachsthura .und Aus- bildung verdankt, welche Frage zunächst mit jener zusam- menhängt, wie überhaupt Zellbilduug und Wachsthum im Pflan- zenkörper vor sich gehe (da sämmtliche Eleraentartheile auf die einfache Zelle zurückgeführt werden können), ist derje- nige Gegenstand, dessen theilweise Lösung ich durch die Er- örterung der Organisationsverhältniss der Piiccia glauca be- zwecke.

Leider war es eben nicht der passendste Zeitpunkt, in welchem ich meine Untersuchungen über dieses , in der hie- sigen Gegend sehr häufig vorkommende Lebermoos anstellte; die Entwickelung derselben war nämlich schon zu weit vor- gerückt; denn der grössere Theil war bereits mit reifen Spo- | reu versehen. Diess hinderte mich zwar nicht, die allmälige | Ausbildung der letzteren Schritt für ScJiritt zu verfolgen, al- j lein es entzog mir diese Verspätung die Betraciitung der Um- ;■ stände, welche anf jenen Vorgang vielleiciht von wesentlichem j-i Eiufliisse waren. Indcss will icb versiic!i(Mi , den Hergang zu j

H

scJnldern, den die Natur bei Bildung der Fortpilauznugskeime dieser Pflanze zu verfolgen scheint^ vorerst aber Einiges über den Bau derselben im Allgemeinen bemerken.

Beinahe alle Riccien zeichnen sich durch einen strahlig ausgebreiteten Thalius aus, der in einzelne ^, mehr oder weni- ger tief eingeschnittene Lappen getheilt ist. Grösse und Form dieser Lappen wechseln oft in einer und derselben Art nicht unbeträchtlich, und erzeugen auch bei der von uns zu be- trachtenden Art mehrere Abänderungen, die von den Syste- raatikern bereits bis aofs Kleinlichste detaillirt sind.

An der Unterseite ist der Thalius an die Erde befestiget, und folgt den üuebenheiten des Bodens durch grössere oder kleinere Krümmungen der Oberfläche. Die Anheftung geschieht durch eine grosse Anzahl von haarförraigon Wurzeln, welche unregelmässig aus der ganzen ünterßäche hervorbrechen, und ihr ein ziemlieh filziges Ausehen geben. Die einzelnen Wür- zelchen sind nichts als einfache, langgestreckte, ungeglie- gerte Zellen von sehr zarter Haut. Sowohl in BetrelF dieser, so wie des Inhaltes stimmen sie mit den Zellen der ünter- fläche des Thalius ganz überein.

Was die Structur dieses Organes betrifft, so lässt sich eine üebeinstimmung mit blattartigen Organeu anderer Vege- tabililien nicht verkennen, und bietet, so wie diese, eine dop- pelte Substanz dar^ nämlich eine obere und eine untere. Die nach oben befindliche besteht ans ziemlich grossen und etwas gestreckten parenchyraatischen Zellen , welche eine aufrecht stehende Lage haben, und in dieser Beziehung eine Aehn- lichkeit mit den Zellen der Oberhaut der Blätter vollkomme- ner Pflanzen zeigen. Die nicht vollständige, sondern nur theilweise Berührung der Zellen unter einander macht ihre Verbindung sehr locker, und diese Substanz selbst erscheint dann von zahlreichen Inftführenden Räumen durchzogen. Diese

1 »

4 :

liit'tliihi'eiulcü (i;iii2,o folgen iler Riclituiii» der Zelle», iiiul | haben daher eine mehr oder weniger senkrechte Stellung, com-

municlren häufig unter einander und mit den Luftgängen der I

unteren Substanz, und stehen überdiess noch mit grösseren j

Höhlen in Verbindung, die die Mitte des Thallus einnehmen, ; von denen später noch die Rede sein wird. Diese Zellen zeichnen sich auch durch ihren Inhalt von den übrigen ans,

so dass also die Substanz der oberen Schichte auch in die- |

ser Hinsicht eine Unterscheidung von der andern ziilässf. i

Man bemerkt nämlich in diesen Zellen sehr zahlreiche !

Chlorophyilköruer , welclie denselben eine intensiv grüne Ffir- i

bung ertheileu. Die Chlorophvllköriior erscheinen bei star- ^

ker Vergrössernng nidit einfach , sondern zusammengesetzt, i und es scheint, dass ein Agglomerat zahlreicher, kleiner, an sich ungefärbter Körner die Grundlage ausmacht, an die, und

um welche herum sich das Chlorophyll ablagert. Die ausser- i

ste Fläche wird von einer ungefärbten Zellenlage gebildet, und I

stellt eine Art von Epidermis vor, deren Zellen gleichfalls j

etwas verschieden von den übrigen eine flaschenförmige Figur : zeigen, und an diejenigen erinnern, die den Grund der Luft- höhlen der IMarcliantien auskleiden*).

Nach dem Rande und der Spitze des Laubes werden diese Epidermiszellen noch mehr den erwähntien Zellen ähn- lich. Da die Verbindung der Epidermiszellen eben so wenig, wie die der darunter beilndlichen Zellsrhichte geschlossen zu nennen ist, so ist begreiflich, dass die früher erwähnten Luftgänge durch die Epidermis keineswegs von der atmosphä- rischen Luft abgeschlossen zu nennen sind, sondern dass die-

*) Mau vergleirliP hieriiher: Alolil, über die Spaltöffnungen auf den Blättern der Proteaceen. (Nova Acta Ac. C. Fi. C. n. c. Vol- XVI. p. 11. Tal». 61. fiii. 15.) . '

selbe iu ihrer Durclilöcheruiig- eine «lirecte Comninnication mit der Jjutt ziiliisst, eine Bildung", iu der wir die eiufachste Form des Athrauugsorganes zu erkenueu glauljen.

Auch die untere Substanz des Thallus besteht ans meh- reren über einander liegenden Zellschichten, die Zellen haben aber statt der jjerpendikulären eine horizontale Lage, die nur am Rande und an der Spitze des Laubes bogenförmig in die ersterc übergeht, an welchen Stellen überhaupt beide Sub- stanzen nielit leicht gesondert betrachtet werden können. Ausser der Lage zeichnen sich die Zellen der Unterfljche noch durch einen viel sparsamem Gehalt von überdiess einfachen Chlo- rophyllkörnern aus, und ebenso sind auch die Luftgäuge in dieser Substanz sparsamer, und in der Regel kleiner zu nen- nen. Dass die haarförmigen Wurzeln dieser Schicht ange- hören, und gleichsam nur cyliudrisch -verlängerte Zellen dar- stellen, wurde bereits angegeben.

An «ler (jlrenze dieser beiden Substanzen, welche die Hauptmasse des Thallus ausmachen, geht, vielleicht durch ihren Conllict, die Entwicklung derjenigen Organe vor sich, die über die Erhaltung des Individuums, die Fortpllanzung des- selben, oder die Erhaltung der Gattung zum Zwecke haben. Solcher Organe finden sich zweierlei, die einen, in welchen die Enlwickelujig der Keime (Sporen) vor sich geht, die an- dern, welche auf die Entwickelung derselben einen unmittel- baren Einfluss auszuüben scheinen. Wir wollen nwt der Be- schreibung der erstereu , und der Art der Bildung der Spo- ren den Anfang machen.

Immer in einer grösseren Lufthöhle, an der Stelle der Vereinigung beider Substanzen tritt eine Gruppe kleiner pa- renchvmatischer Zellen zusammen, die bei ihrer Vermehrung und Vergrösserung in ihrer Mitte eine Höhle bilden, welche von allen Seiten geschlossen , nur nach aufwärts eine Oeff- nuug besitzt. Diese so gestaltete Zelleugruppe ist der erste

Anfang des sich bildenden Sporangiums, welches von seiner ursprünglich birnförmigen Gestalt gar bald in die einer lang- hälsigen Fiole dadurch übergeht, dass sich diejenigen Zellen, welche um die Oeffuuug liegen, zu strecken beginnen, und bei dem Vorhandenseyn der Luftgänge in diesem Bestreben aucli um so weniger ein Hinderniss finden.

Das junge Sporaugium der Riccla glauca ist daher zu- nächst einer Flasche zu vergleichen, deren Wände aus einer Schicht dünnwandiger, kleiner, und sehr enge an einander Schliessender Zellen gebildet wird, welche allmählich ihren Hah verlängert, bis er die Oberfläche des Thallus erreicht. Erst von dieser Zeit an tritt eine Erweiterung des unteren Thcilps des Sporangiums ein. Welches nach und nach nicht nur den ganzen Raum der Lnfthöhle einnimmt, sondern in späterer Zeit seihst das anliegende Zellgewebe verdrängt.

Es ist merkwürdig, dass die Bildung des Halses in eine so frühe Zeit der Entwickelung dieses Organes fällt, und eigentlich der Bildung der übrigen Theile weit voraus eilt. Dieser Umstand, so wie die Beobachtung, dass eben dieser Hals viel früher abzusterben beginnt, als der mittlere Theil das Zwei- bis Dreifache seines Volumens erreicht hat (was zum Theil schon dwrch die Entfärbung angedeutet wird), macht es mehr als wahrscheinlich, dass seine FnncMon für die er- ste Periode der Entwickelung des Sporangiums wesentlich sein mag.

In diese Zeit fällt aber zugleich die Bildung des Inhalts des Sporangiums, d. i. die Einleitung derjenigen Vorgänge, welche der Entwickelung der Sporen vorangehen, und wir iLfPi^inen flaher den Schluss ziehen, dass die Bildung der Spo- ren Jmit dem Vorhandenseyn der gestreckten, halsförmigen Mün- dung des Sporangiums in irgend einer Verbindung stehe. Ohne iiU ; diese V^rli'iltuisse weiter einzugehen, wollen wir vor der

Hand unser Augenmerk vielmehr auf die Art und Weise der Entwickelung- der Sporen richten.

So weit mir die ersten Anfänge des Sporaugiuras in Be- zug auf Untersuchung seines Inhaltes zugänglich waren, so bemerkte ich eine ungefärbte, etwas trübliche, gekörnte Schleim- masse ^ welche den untern bauchigen Theil des Sporangiums eiuuahm, und der sich besonders gegen die Mitte desselben deutlicher zu erkennen gab. Ich unterschied in diesem, sonst gleichartigen Inhalte ein»; zweifache Substanz, wovon ich die eine als ehie homogene , ungefärbte, mehr flüssige Materia die andere als Körnersubstanz bezeichne. Ich lasse es da- hin gestellt sein , durch welchen Vorgang in diesem übrigens einfachen BildungsstofFe üer erste Impuls zur Bildung gege- ben wird; so viel ist aber durch die Erfahrung zu ermittele, dass die erste Folge eines vielleicht mehr dynamischen, als materiellen ConÜictes eine Souderung beider Substanzen ist. Die homogene Materie scheint die bildungsfähigere, und sie ist es, die eigentlich den organischen Krystallisationsprocess beginnt. Zuerst findet derselbe im Contacte der Zellwände des Sporangiums statt, und schreitet von da gegen die Mitte fort. Durch die organische Coagulation bilden sich die er- sten Anfänge von Zollwänden, welche sofort den ganzen In- nenraum des Sporangiums durchweben und mit Zellenmasse erfüllen.

Anders verhält sich die Körnersubstanz, sie concentrirt sich mehr nach dem Mittelpunkte zu , und so wie da die Zel- lenwände undeutlicher erscheinen, um so auffallender sammelt sich hier die genannte Substanz als Inhalt jenes Zellgewebes, aus welchem endlich die Mutterzellen der Sporen entstehen. In dieser Periode, wo die erste sichtbare Anlage der künfti- gen Mutterzelleu entsteht, haben dieselben, nach vorgenom- menen Messungen, einen Durchmesser, welcher 0,008 einer Wiener Linie kaum überschreitet, während sie nach ihrer

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vollkommeueu Ausbildung- über 0^036'" messen, also beinahe um das 5 -fache ihres ursprünglichen Durchmessers zuneh- men. In diesen Muttorzellen scheidet sich eine ähnliche dop- delte Substanz aus , und zwar so , dass regelmässig 4 Fächer entstehen, Andeutungen zu den künftigen Sporen. Dabei ist es höchst merkwürdig, dass an der Peripherie durchgängig eine Schicht dieser, aus dem Sporaugiurainhalte gebildeten Zellen auf der Stufe gewöhnlicher Zellen beharren ^ d, i. in ihren Innern keine Zellen (Sporen) erzeugen. Solche Zel- len unterscheiden sich von den übrigen selbst in ihrem frühe- sten Zustande dadurch, dass sie nur eine geringe Menge je- ner Körnersubstanz enthalten, kommen aber mit den Mutter- zellen umgekehrt darin überein, dass sie sich sowohl von einander j als von den Zellen des Sporaugiums trennen, was, wie mir scheint, nicht undeutlich zu erkennen giebt, dass sie nichts anderes, als unausgebildete oder missrathene Mutter- zellen sind.

Im Fortgange der Entwickelung nehmen die iunern Zel- len immer mehr au Umfang zu, und damit wird auch ihr Zu- sammenhalt lockerer. In dieser Zeit bemerkt man auch jene Sonderung des Inhaltes, von der bereits Meldung geschah. Diese Sonderuug ist anfänglich nur durch lichtere Linien zu erkennen, welche die trübe Körnermasse durchziehen; end- lich treten diese Linien als deutliche Spuren von Zellsubstanz auf, und damit ist auch die Trennung der Substanz der Mut- terzellen in 4 deutlich gesonderte Zellmassen gegeben. Die weitere Ausbildung beschränkt sich nur darauf, den einzel- nen Zellabschnitten, welche die Mutterzellen enthalten, Selbst- ständigkeit zu verschaffen, welche dadurch bewerkstelliget wird , dass in den bisher noch gemeinschaftlichen Zellwänden der austossendcn Fächer eine Sonderung vorgeht, die mit der gleichzeitig fortdauernden Ausbildung der gesammten Substanz endlich in der Trennung der einzelnen Zellen von einander

endet. Hierbei wird offenbar die Membran der Mutterzelle durch Resorption wieder verwendet, und dann aber zugleich die Trennung der einzelnen Sporidien veranlasst. Stücke von zurückbleibender Membran der Mutterzelle sind häufig an den Rändern der einzelnen Sporidien noch erkennbar.

Was die Struetur der vollkommen reifen , durch braune Farbe sich auszeichnenden Sporidien betrifft, so ist zu be- merken, dass ihnen zwar nur eine Haut zuzuschreiben ist, dass diese aber, der Analogie nacb, füglich aus 2 mit ein- ander verwachsenen Häuten augesehon werden kann. Die innere Haut ist homogen und zart zu nennen, während die äussere oder vielmehr nur die auswärtige Schicht derselben von derber, zelliger Beschaffenheit ist. Nach Andeutung starker Vergrösserungen, glaube ich mich überzeugt zu haben, dass im Grunde nur eine netzförmige Ablagerung von Zell- siibstanz auf die ursprüngliche Haut vorhanden ist, welche Ablagerung eine täuschende Aehnlichkeit mit einer Schicht breitgedrückter Zellen hervorbringt, Indess ist zu bemerken, dass sich diese ZcUsubstanz um die leer gelassenen Räume mehr coudensirt, und sich daher in eine Art von Zellmem- bran und Interzellularsubstanz zu trennen sucht. Eben so darf nicht übergangen werden, dass jüngere Sporidien weni- ger dergleichen Maschcu zeigen , und dass diese sowohl re- gelmässiger, als grössec erscheinen, und dass erst hlit dem Alter eine Verwandlung derselben in kleinere Räume statt- findet.

Rücksichtlich des Inhaltes der Sporidien muss bemerkt werden, dass auch hierin eine kleine Veränderung vorgeht. Wenn im nureifen Sporidium der Illhalt noch ganz körnig - schleimiger Natur ist, so zeigt sich derselbe im reifen Organe von schleimig -öliger Beschaffenheit, wie wir diess schon aus Mohl's trefflicher Abhandlung über den Ban der Sporen cry- ptogamischer Gewächse wissen. Diess ist im Wesentlichen

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die Entwickeluugsgeschichte des Sporangiiims uud der iu deu- selbßu entstehenden Sporen (Keiraköruer).

Ausser diesen Organen der Fortpflanzung' ^ welche durch den stanzen Thalhis uiirogelmässig' verlirritet^ durch Einsen- kunj: in densellien anfänglich ver[)orgen_, uud nur bei der Reife (durch Anwachsung und gleichzeitiges Zurückdrängen der Zel- lenmasso) an demselben erkennbar sind, trifft man im Thal- his der Riccien, und so auch in der von uns untersuchten Art noch andere Organe, die gleichfalls keine andere Be- ziehung, als die zum Geschäfte der generischen Reproductiou zuzulassen scheinen.

Diese Organe sind, wie mir scheint, in der Regel yiel sparsamer, nnd zugleich viel unregelmässiger vertheilt, als äie Sporangien, dabei aber doch niolir auf die Spitzen der lappeuartigen Ausbreitungen beschränkt. Sie sind ferner an diesen Stellen nicht augesammelt, sondern stehen vereinzelt, und. nicht selten zwischen, sogar neben den Sporangien.

Ihre Strnctnr ist viel einfacher, als der eben genannten Organe zu nennen, und bestellt im Wesentlichen aus nach- stehenden, wahrnehmbaren Theilen.

Es ist ebenfalls eine Gruppe von parenchymatischeu Zel- len an der Grenze beider Substanzen des Thallus, welche zur Organisation der in Rede stehenden Organe beitragen. Diese .Zellen sind aber nicht klein, sondern verhältnissmässig sogar grösser, als die angrenzenden Zellen, zeichneu sich aber da- durch von denselben aus , dass sie enger an einander . ge- schlossen sind, und keine Intercellulargäuge zwischen sich Jassen, zugleich auch viel sparsamer mit Chlorophyll versehen sind. So viel ich diese Orgaue in ihrer ursprünglichen Form betrachten konnte, scheinen sie mir nur iu einer regelmässi- gen Auseinanderweichung von Parenchjmzellen des Thallus zn bestehen, die in dem von ihnen umschlosseneu Räume

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eine ähnliclio Substanz erzeugen, wie diess in der Höhle des jungen Sporangiums der Fall ist. Auch hier ist, wie dort der niichstt'olgeude Act der Eutwickehiug eine Orgauisii'nug dieser ursprünglichen körnig -schleimigen Substanz zu Zellen. Diese Zellen sind aber in den letztgedachten Organen von einer eigeulhiimlichsn, durch Kleinheit und Aneinanderreihung sich auszeichnenden Beschaffenheit, weiche mir in ähnlicher Weise bisher nur in den sogenannten Antheridien der Moose und mehrerer Lebermoose vorgekorainen ist, so dass über die Bedeutung dieser Organe wohl kein Zweifel entstehen kann. Es bleibt jedoch sehr merkwürdig, dass bei Riccia glauca die zur Bildung dieses Organes concurrirenden Zellen sich nicht, wie in analogen Fällen , durcli besondere Form auszeichnen, soudprn im Gegentheile kaum von dem umgebenden Zellge- webe untfTrsclieiden , mit einem Worte, ein Anthoridium dar- stellen, welches gleichsam auf d, r tiefsten Stufe der Entwicke- lung steht.

Was den Verfolg der weiteren Ausbildung, besonders des Zellengcwebes, des Inhaltes dcj Antheridien belrüFt , so man- geln mir fortlaufende Beobachtungen ; ich bemeriae nur, dass allinälig durch mehr geregeltes Aneinanderreihen der über der Höhlung beüiidlichcn Zellen sich eine Art von? Ausführungs- gang gebildet hatte, zu welchem die oberüächlichea, ,Zellen am auffallendsten dadurch beitrugen, indem durch ihre Ver- grösserung und Verlängerung ein hornförmiger Fortsatz zu Stande kiim, welcher Aveit über die Oberlläche des Thallus hervorragte.

Selbst die angestrengtesten, und durch längere Zeit fort- gesetzten Beobachtungen verschafften mir keine nähcnrc Auf- klärung über den kleinzelligen Inhalt, der bei vollkommener Ausbildung des Ausführungsganges durchaus schon entleert war, und mir also seine weiteren Umwandlungen für diesmal verbarg. Einzelne Beobachtungen, die ich hier, übergehe'

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scheinen zwar manchen Verrauthuugen über die fernere Me- tamorphose des Inhaltes Raum zu geben, ich lege aber kein Gewicht darauf, ^vo es sich um Darlegung genau geprüfter Thatsachen handelt.

Aber auch ohne diese noch mangelhafte Erkenntniss vor- liegenden, höchst einfachen Organes lassen sich aus der Zu- sammenstellung und Veigleichung der eben erörterten Orga- iiisationsverhältnisse Ider genannten Pflanze einige Schlüsse über die Function und Bedeutung dieses Organes wagen.

Was auf den ersten Blick bei Betrachtung der Lebens- verhältnisse dieser Pflanze hervorgeht, und mir leider man- che Hindernisse in die Untersuchung legte, ist,

a) dass die anfängliche Entwickelung beider Organe, der Antheridien , sowohl als der Sporangien, in eine und die- selbe Zeifperiode fällt, was schliessen lässt, dass, abge- sehen von dem Bildungsacte, der ihre beiderseitige Ent- stehung bedingt, sie eine nähere Beziehung zu einander zu haben scheinen. Yerfolgen wir die Umstände, die auf ihre Entwickelung influiren, weiter, so zeigt sich,

b) dass beide Organe Höhlen, aus Zellengewebe gebildet, darstellen, welche mit verlängerten Oefl'nungcn oder Aus- führungsgängen versehen sind, was zu der weiteren Fol-

' gerung berechtiget, dass eine materielle Mittheilung des Inhaltes nicht nnwahrscheinlich ist. Betrachtet man fer- ner, dass

c) der Inhalt des Sporangiums weiteren Entwickelungen in demselben entgegen geht, während der Inhalt des Anthe- ridium aus seiner Höhle gänzlich verschwindet, ferner, dass

d) die Function des halsförmigeu Ausfiihrungsganges des Sporangiums nur auf die früheste Zeit seiner Entwicke- lang beschränkt ist , später aber als unnützer Theil ver- welkt, dass auf der andern Seite die Ausbildung des Aus- führnugsganges dem gänzlichen Verschwinden des Inhaltes

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unmittelbar vorausgeht, später aber gleichfalls, wie das Antheridinm , zu Grunde geht, so lässt sich, meiner Mei- nung nach, nicht undeutlich erkennen, dass der Ausfüh- run""sgang des ersteren vielmehr ein Einführungsgang ist, und dass die JJehertragung des Inhaltes des letz- teren in ersteren eine Bedingung der Sporenbil- dung ist.

Für diese Ansicht spricht freilich keine directe Beobach- tung, und eben so wenig ist ihr der Umstand günstig, dass im Innern des jungen Sporangiums Spuren von einer mate- riellen Uebertraguug des Inhaltes der Antheridieu zu erken- nen sind, bedenken wir aber, dass uns ohne diese Yoraus- setznng die N^tur des Autheridiums gänzlich räthselhaft bleibt, Spuren einer Ergiessung dos Autheridiuminhaltes allerdings lieobachtet worden sind*), und in Rücksicht anf das Ueber- tragene allerdings Umstände eintreten können, welche das Verschwinden mitgetheilter Stoffe von Aussen möglich, und im Falle materieller Achnlichkeit sogar sehr begreiflich ma- chen, so wird das Festhalten au die obige Ansicht nicht ganz grundlos bleiben.

Ist aber diese Ausicht als basirt anzusehen, so versteht es sich von selbst, in beiden Organen eine Duplicität des Geschlechtes zu erkennen. Bekanntlich habe ich in Pflanzen, die zu derselben und den nächst verwandten Familien gehö- ren, in den kleineu Zellchen, welche das Innere der Anthe- ridieu ausfüllen, willensfreie, durch rasche Bewegungen sich auszeichnende Wesen erkannt, welche eine grosse Aehnlich-

*) Bemerkungen über die Lebermooose u, s. w. , von Dr. G. W. Bischoff. Nova Acta Ac. 0. L. C. n. c. Vol. XS^Il. P. II, Tal». 71. fig. I . G a.

14 _ -

ke'tt iiiit den Spermalozoeu der Thiere zeigten *). Diese Eutdcrkung hcatte allerdings den Anschein über die Natur des genannten Inhaltes , als befruchtenden Stoff vollkommene Auf- Id.ärung und Sicherheit zu verschaffen^ allein ich würde selbst wenig Gewicht darauf legen, wenn nicht die übrigen Umstän- de eben so dringend für Anerkennung der befruchtenden Kraft dieses Stoffes sprechen. Ich halte dafür, dass, wie im Thier- reiche längst erkannt, so auch bei den Pflanzen diese thieri- schen Wesen kein näheres Verliältniss zur Befruchtung zei- gen, und es vielmehr ein Stoff flüssiger oder ätherischer Na- tur sei, welcher bei diesem Vorgange des Lebens eine we- sentliche Rolle spielt.

Wenn ich daher auch bei Riccia glauca in den Zellchen des Antheridiuins keine vegetabilischen Spermatozoen fand, welchen Mangel jedoch künftige Untersuchungen ohne Zwei- fel beseitigen werden, so glaube ich darum nicht weniger von einem befruchtenden Stoffe dieser Oigane reden zu dürfen, was mir um so wichtiger scheint, als die Nachweisung sol- cher Entozoeu vielleicht nicht immer glücken, jedenfalls aber auf eine nur geringe Anzahl von Pflanzen beschränkt sein dürfte, wofür ich bereits an einem andern Orte die Gründe entwickelte.

Es ist ein Ergebniss neuerer, nicht ohne vielseitige An- strengung herbeigeführter Berichtigungen, dass für die ge- sammte Thierwelt eine Zweitheiligkeit des Geschlechtes höchst wahrscheinlich ist. Thierarten und ganze Classen derselben,

-'^^ Ob dieselben mehr Aelinliclikeit mit den .Saugwürmern, als mit den Fadeuwiii-mern , oder mit keinen von beiden haben, wage icli nicht zu entsclieiden, jedenl'alls müssen sich aber unsere opti- schen Hülfsmittel beträchtlich verbessern, wenn man hierin zn l.iaren Vorstellungen kommen soll.

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die wir bisher entweder für geschlechtslos, oder doch nur weib- licher Natur hielten, haben zugleich männliche Organe erken- nen lassen, so dass Ehrenbergs Ausspruch*), dass es durch- aus nicht mehr zu billigen sei, in der Natur bloss weibli- che Thiere , d. i. solche , die nicht getrennten Geschlechtes, sondern wirklich anandrische wären, anzunehmen, vielen Grund hat.

In der Pflanzenwelt haben ebenfalls der letzteren Zeit angehörige Betrachtungen und Forschungen gezeigt, dass es sich mit den Geschlechtsorganen höherer, d. i. phanerogarai- scher Pflanzen vielleicht ganz anders verhält, als man bisher viel zu nachsichtig gegen die Strenge des ürtheiles anzuneh- men gewohnt war. Obgleich ich hierbei zu bemerken nicht unterlassen darf, dass meine eigenen, allerdings noch be- schränkten Untersuchungen mehr für die herrschende Ansicht vom Geschlechte der Pflanzen sprechen, und namentlich mit den letztlich von Hrn.Meyen geäusserten Erfahrungen**) über- einstimmen, so kann ich doch nicht nmhin, in diese, meine eigenen Untersuchungen Misstrauen zu setzen, und eine Hin- neigung zu der entgegengesetzten Ansicht als viel befriedigen- der öfl'cntlich auszusprechen.

Wie dem auch sei, wechseln die Geschlechter in den Pflanzen ihre Rollen, oder bleiben sie ihnen treu, so £,oht jedenfalls die Anforderung der Wissenschaft dahin, durch «e- naue anatomische Ermittlung der Geschlechtsorgane von dei- wahren Duplicität des Geschlechtes bei den phanerogamen Pflan- zen neue , überzeugende Beweise vorzuführen.

'•') Ueber die Acaleplien des rotlien Meeres u. s. w. , Abhandlungen der kön. Acad. der Wissenschaften zu Berlin. 1837. p. 198. -*=*) Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der phy- siologischen Bot. von» .J. 1837. Archiv i. Naturgescli. 4r .Jahrg. 4s Heft. p. 147.

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Es scheint mir aher, dass hei dem diirchgrcifendeu Cha- '

racter der zwcitheiligeu Geschlechter hei den Thieren*) auch i für den grösseren Theil der Pflanzen ein ähnliches Verhält-

niss nachaewiesen werden könne, was aber bis jetzt noch ein \ Desiderat ist.

Herr Endlicher**), sowohl als Herr Schieiden***), die '

in dorn Pollenkorne die Anlage des künftigen Emhryo sehen, !

's

nehmen zwar an, dass eine Befruchtung desselben nothwen- ; dig sei, difFeriren aher in ihren Ansichten darin, dass sie

nicht einem und demselben Organe diese Function zuschrei- J

hon, indem letzterer geneigt ist, im Embrjosacke des Nnclens l

eine solche Einwirkung zu suchen, während Endlicher in der \

Narbenfeuchtigkeit eine, dem Sperma ähnliche Secretion fin- ;

den will. ^

Untersuchungen , welche ich auf Veranlassung meines '[ Freundes Endlicher über die Narbe kürzlich anstellte, haben,

wenn sie gleich nicht als entscheidend zu betracliten sind, i dennoch Resultate geliefert, welche nichts weniger, als zu

Gunsten dieser Theorie sprechen, sondern gezeigt, dass die i Secrete der Narbe sehr manigfaltiger Beschaffenheit sind_, dass sie zwar auf die Entwickelung der Pollenschläuche einigen

Einfluss haben, der aber doch nicht mit solchen Wirkungen ;

*) Anmerkunif. Es ist inirXvoIil bekannt, dass weder bei denBryo- zoeii, deuTulnilarieii und Sertularien, noch bei deiiEchiuoideen und Acalephen u. a. männliche Gesclileclitsorgane nachgewiesen sind, dem ungeachtet scheint aber auch hier Hermaphroditismus vorhanden, und es dürfte auch bei diesen Thieren eher ein Mangel an Beob- achtung, als ein Mangel an Organisation vorauszusetzen sein.

**) Grundzüge einer neuen Theorie der Pflanzenzeugung. 8vo. 1838.

**5r) Einige Blicke auf die Entwickelungsgesch. des vegetabilischen Organismus in den Phaneroganien. Archiv f. Naturgesch. Jahrg. 3. Heft 4. p. 289 019.

17

zu vergleichen ist, welche wir wenigstens bei Thieren nach der BefrnchtiiDg wahrnehmen.

INicht mehr Gründe sprechen dai"iir, ira Embryosacke das männliche, anregende Princip zu suchen, der^ falls das Pol- leukorn wirklich die Anlage zum Embryo enthält, also das wahre Ey ist, mehr wie der Fruchthalter selbst ernährend auf ihn einzuwirken scheint.

Halten wir uns indessen an die Betrachtungsweise über die Natur des Pollenkorns, wie sie mir beide obgeuanute ?*'Iän- ncr wahrscheinlich machen, geben wir ferner zu, dass nicht nur allein in den Moosen uud Lebermoosen eine Dupli- cität der Geschlechtsorgane vorhanden ist, sondern diese noth- wendig auch bei den Phauerogamen postulirt werden müsse, so lässt sich mit Beziehung auf die oben auseinandergesetzten Untersucliungen der Riccia der Sache noch eine audere, und, wenn ich nicht irre, eine der Natur des Gegenstandes viel zusagendere Wendung geben.

Was könnte mau wohl gegen die Behauptung, dass die Pollenkörncr , sobald sie atif die Narhe Jcommen, schon befruchtet seien. Erhebliches einwenden? Spricht nicht die Analogie dafür, dass schon ihre Bitdung ein WerJc der Befruchtung ist. Offenbar ist das Austreiben der Schläuche nicht aus physischen Einwirkungen zu erklären, sondern als eine Art Keimung zu betrachten, die doch nur in lebensfähi- gen, befruchteten Keimen vor sieb gohpii kann.

Somit wäre denn eher in den Autln-ren , odor dicsou zu- nächst gelegenen Ortou das männliche Geschlecht der iMlau- zen zu suchen, und wir möchten daher^ um über dieseu Punkt ins Reine zu kommen, statt der Untersuchung des Nucleus oder der Narbe eine möglichst genaue Erforschung der Anthere in ihrer ersten Bilduugsperiode empfehlen.

Geschrieben im November des Jahres 1838.

I3r Bd. is Heft-

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Erklärung der Abbildungen. 4

Siimmtliclie Figuren sind, mit Ausnahme der letzten, nach ! einer 200- 300 -maligen Vergrössernng' gezeichnet,

Fi^, 1, Senkrechter, durch die Länge des Lappens ge- führter Schnitt vom Tliallus der Riccia giauca, mehr gegen das äussere Bude hin dargestellt. Man bemerkt die doppelte Substanz desselben, und zwar:

a) die obere, aus mehr perpendiculär gestellten, parenchy- \ malischen Zellen bestehende Substanz;

b) die untere, aus horizontal liegenden, gleichfalls paren- chvraatischen Zellen bestehende Substanz, welche beide am Rande des Thallus in einander übergehen;

c) flaschenförmige Zellen der äusserston Zellenschichte, die einen uugefärbten Saft führen. Diese, so wie die darun- ter befindlichen Zellenschichten sind mit häufigen Luft- gängen (d) durchzogen;

tf) eine der grösseren Lnfthöhlen, in deren Innern sich ein Sporangium entwickelt ;

f) dieses der Länge nach durchschnitten, um den körnig- schleimigen Inhalt zu sehen ;

g) die von der untersten Zellenlage abgehenden , haarför- migen Zellen, welche die Würzelchen bilden,

Fig. 2. Ein Stück der obersten Zfllenschichte, welche hier als Epidermis erscheint. Die Verbindungen der Zellen lassen grosse Lücken, durch welche die atmosphärische Luft in die darunter liegenden Luftgänge gelangen kann.

Fig. 3. Ein im Vergleiche zu ß. Fig. 1. noch jüngeres und unverletztes Sporangium, mit der Lufthöhle, in der es öitzt, und dem Luftgange, in welchen sich dessen Hals er- streckt.

Fig. 4. Ein ziemlich entwickeltes Sporangium desselben Gewächses, aus dem Thallus genommen ;uud besonders dar- t

19

gestellt. Dasi5elbe ist der Länge nach durchschnitten, doch traf der Schnitt nicht ganz die Mitte der Basis. Der kör- nige Injialt des Sporangiains ist schon organisirt, und, wie mau deutlich sieht, als eine Zellengewebsraasse, wobei das Centrum den peripherischen Theilen vorausgeeilt zu sein scheint. Der obere Theil des Halses ist geförbt, und fängt an zu welken.

Fig. 5. Gleichfalls ein Sporangium, noch weiter in der Eutwickelung vorgerückt, aber noch immer von jugendlicher Beschaffenheit, der Länge nach durchschnitten, so dass der Schnitt genau die Mitte der Basis traf. Der Hals desselben ist bereits an der Spitze ganz Avelk nnd_ zusammengeschrumpft. Man unterscheidet im Innern dieses Sporangiums:

a) die noch sehr locker zusammenhängenden Mutterzellen mit trübem, körnig- schleimigem Inhalte angefüllt;

b) die an das Sporangium grenzenden Zellen, mit einem viel sparsamem körnigen Inhalte, welche sich nicht wei- ter verwandeln.

Fig. 6. Ein junges Antheridium in seiner Verbindung mit dem umgebenden Zellgewebe des Thallus:

«) unterer, durch enge an einander gefügte, parenchyma- tische Zellen gebildeter Theil ;

b) Ausführuugsgang der durch jene Zellen gebildeten Höhle;

c) die äussersten Zellen des Ausführuugsganges, die nur einen ungefärbten Zellsaft enthalten,

Fig. 7. Die über die Epidermis hervorragende Spitze eines vollkommen ausgebildeten Antherldiums.

a) Eben diese äusserten Zellen in ihrer vollständigen Eut- wickelung, d. i. wenn der Antheridleninhalt eben ausge- leert w ird ; Ä) Zellen der Epidermis.

Fig. 8. Längsdurchschnilt durch ein Antheridium vor der Entleerung seines Inhaltes.

2*

20

a) paroncliyinatisi'hc Zellen, durch deren Zusammentreten ^

die Höhle des Antlieridiuras gebildet wird; i

6) Inhalt desselben, bestehend in Idelnen, hexaedrischen j

Zellchen, deren Natur und luhnlt nicht weiter erörtert '

werden konnte. ,|

c) Ansführungsgang, ]

Fig. 9. Mutterzellc aus einem noch nicht vollkommen .

reifen Sporangium von 0,036'" Durchmesser, Ihr Inhalt ist j

ein trüber, gekörnter Schleim, welcher sich nach einer be- \

stimmten Regel in 4 Massen ballt. '

Fig. 10. Die in einer Mntterzelle gebildeten 4 Sporidien |

im reifen Znstande, und nachdem die Membran der Mutter- i

zelle bereits resorbirt- war. Der Breitedurchmesser eines ein- 1

!

zelnen Sporidiums beträgt 0,030'", Die braune, derbe Haut, \ die in der Zeichnung nur an einem derselben ausgeführt wur-

de, ist von zelliger Beschaffenheit, -

Fig. 11. Ein Theil der Haut des Sporidiums stark ver- grössert. Man bemerkt über der zarten, homogenen Mem- bran ein Nefz von Fasern, das zelleuäbnliche Räume ein- I schliesst. j

DE

VICIEIS BRASILIENSIBUS,

SCRIPSIT

Dr. /. R, THEOD. VOGEL.

J-uter Vicieas a beatiss. ScUow iii Brasiliac finibus lectas species saltera iudigenae tautura c geuerlbus Lathyrus et Vicia iuveniiintur, pliirimae nisi omues in ditione australi Montevi- deo nominata lectae. Quibus enim cerius locus adseriptus est illa regio patria nnncupatnr; reliquae perpancae quoad locum uatalera non determinatae sunt. Fere omnes mihi indescriptae videntur nee ullam ex his speciebus quas clariss. Hooker et Arnott in Bot. Beech. voy. et Hooker in Bot, misc. 111. novas e viciua regione descripserunt iutcr SelJoviauas reperirc potwi quanivis plnres sine dubio valde affines sint.

LATHYRVS L.

Ohs, Apud nulluni auctorem niemoratum inveniiuus, sta- mina in hoc genere saepe nionadelpha esse, vagina integra aut fissa, filamento decirao aut utrinqne aut altero tantum la- tere cum ceteris connato, qiiod tarnen in nostris speciminibus saepissime observatur. Sectio Clymcnum in De Candollii Prodr. 2. p. 375. proposita et a mulfis auctoribus accepta ab Eulathyro differrc dicitur vcxillo basi utrinque gibba couica

22

notato ; sed idem charactcr etiam in allis speciebus liiic uoii relatis ex i^r. in Latli. sativo L. invenitur et in aliis dubii esse possumus nnm callus adsit necne.

§.1. PEDÜNCULIS 1 3 FLORIS. {Foliis unijtigis,) Li. montevidensis n. glaliriuscnlns , caulihns diffiisis subalatis, foliolis oblongo-liueariljus, cinhis fol. snp. sublrilidis, stipulis sagittato-lanceolatis pctiolo lonji,ioribiis , pe- dimculo floribns 2 snbsessilibnsj laciniis calycinis folia- ceis tnbo subtriplo lonü;ioribns, Icgumine lineari glabro. ß. Peduncnio comranni subnnllo, floribns interdum sin^nlis. !

!

Species minoribus Lth. Cicerae speciminibns liabitu si- I

ij minima, diversa inprimis stipulis uon semi-sagittatis, sepalis !

angustioribns etc. Caules mnlti diffusi, basi prostrati, apice |!

adscendentes , qnadrangnlares, subcompressi iraprimis apice

ibique saepe anguste alati, pilis parvis adspersi, usque spi- l

thamei rarissime longioi-es plernmqnc multo breviores. Sti-

pulae Janceolatae ant subovatac, mucronato - acnminatae, basi \

sagittato-cordatae, parnra inaeqnilaterac , obliqnae, puberu- f

lae, nerrosae, plcrnmqne 4 interdinu %'" long., basi 2 y \

lat. , in canlibus minus excnltis V(^ro brevissimae lanceolatae I

vix sagittatae observantur. Petiolus compressiusculus , pube-

rulus , 3"' long., in foliis iufer. in setani brevem in fol. super.

in cirrhum elongatus simplicem ant trilidnm petiolum ipsura

interdum longitudine superantera. Foliola 2 opposita, snb-

sessilia, lineari- oblonga, acuta, brcvissime mncronulata, pu-

berula ant glabrata, membrauacea, ncrvis plorumque 3 4

promincntibns, plerumqne 6 9'" long, vix \"' lat, Flores

api.pi^rn caulis versus axillares. Peduncnlus communis com-

pressu;^, longitudine varius nunc petiolum 2 3-plo superans

nunc brcvior ant subnullus (in var. /?), apice setula brcvis-

- 23

sima coronatus , subglaber. Flores plenimqiie 2, rarlssime in var. ß, 1, brevissime et vix pcdicellati. Calyx carapauii- latiis, basi paruiu obliqmis, leviter iicrvosiis, subpiiberiilns, ö-partitus, 5"' long'., laciiiiis siibaequalibiis foliaceis laiiceo- la^js aciitis tubura subtriplo saperantibus. Corolla calycem parum superaus, petalis acqiiilongis. Vexilliun obovato-ob- loiigum, iu uugneni latiiisculum atteiiiia'uin, pateiis. Alae stipitatae, erectae, obloiigae, apice rotiiudatae, plicae oäri- iiae adhaerentes. Carina toto dorso coniiata, superne coii- iiata, apice obtusa. Stamiua 10 monadclpha vagina siiperue iissa. Ovariiim sessilc, multi ( 16) ovulatum , compressum, liucarej glabrum; Stylus snb aiigulo recto rcfractiis, apiie com- prcssns dilatatiis altoro latere pubescens. Lognnicn plane matunira non vidi; in ß semimaturuui iibi sessile calyce et vagina iilanientorinn basi inclnsiim, liuoaro, elongatum, basi et apice obliquum, utraqiie niargiiie parum intrassatum, stylo apiciilatiim, glaberrimum, siibcoiiaceuin, paruiu nervosnm' Vf.j." ioüg. vix ultra V" lat..

Habitat in Montevideo ; specimina utriusque varietatis sem- per inixta invcni. O

§. 2. PEDUNCULIS MULTIFLORIS. (Foliis subunijugis) a. nigricantes. Huc Lathyrus gladiatus Hook, icon 2., L. sessifolius H. et A. in Beecli. voy., L. magellanicus! Lani.

L. macrostachys n. subglaber, caule angulato alato, i'oliolis lineari-lanceolatis elongatis acutis niucronatis, cirrho elongato ramoso , stipulis lato-sagiltatis, pedunculis folio dnplo longioribus sublO- lloris , laciniis calyci- nis inferioribus snperioros tnbnm aeqnantcs mullo su- pcrantibns.

24 ]

Specimiua valde luauca. Hlnc iiide pilis paucis adspersus \ Latlijro gladialo Hook, icoii. 2. t. 72. valde sirailis, diversus > imprliuis caule 2 aiigulis distiucte alato , petiolo infra jiigum brcTissimo (2'" long.), foliolis miilto angustioribus 5" loug., ' 4^'^' latis, stipulis iioii diipidiatis tautum imo latere aiigustio- i ribus circ. IVa^' 'oug. , 7'" lat. cirrho fol. super, elougato rigide apice Siido iufra apicem 2 ramis oppositis iustructo 3'' long. Peduiiciihim uon plane integrum vidi erectuin folio circ. duplo longiorera, iude a mcdio lloriferuin. Flores bre- riter pedicellati, suhnutantes, in specimin. nostr. nimis incom- pleti. Calyx campauulatns ^/»" long.; laciniae 3-nervosae summae tubum aequantes, 2 mediae lougioros, infima duplo ] longlor.

. Sellow leg., iu Montevideo ? ^ ? !

Adsunt specimiua 2 in Montevideo lecta quae differunt j

statnra minus robnstiore, stipulis parnm brevioribus^, foliolis

latioribus oljtusiusculis ant acutinsculis. In bis flores com- i

pletos vidi. Calyx idera. Corolla calyce subduplo longior

(i. e. lacinia cal. infiina). Vexillum obovatura basi lato-un-

guiculatum medio plicato-callosum, denique reflexum. Alae

stipitatae vexillum lougit. aequantes , lamina obovata basi au- |

tice dentata apice rotuiidata, plica carinae adhaerentes. Ca- ^

rina aus mnlto brevior toto dorso connata convexa apice pa- |

rum reüexo subapiculala basi hamoso- dentata. Genitalia e

more; staraeu decimum basi solutum superne cum ceteris co- '

haerens ; ovarinm glahrura. '

'i Adsunt insnper specimina, quae propriam sistuut speciera, j

miuis vero manca quam ut describi raereantur. i

/?. viridescentes. i JL. tomentosus Lam. (dict. 2. p. 709. DC. pr. 2. p. 369.) ui-

tenti sericeo- tomentosus, caule angulato raraoso striato, '

stipulis semi-sagitlatis petiolo plus duplo lougioribus, i

—' 25

foliolis obloiigo-linearibus miicronato -acutis , cirrho subramoso, peduuculis folio pliiries longiorlbus sub- 4-floris^ legumine lineari dciise sericeo - tomeutoso, seminibus compresso- angulatis atro-badiis. Syn. Galega binata Spr. ! iued,

Caulis basi snbterraneus prostratiis, deiudc adscendens ramosus, fere pedalis. FoHola cauliua siiperiora scssiJia ple- rumqne 12* \b"' long., 2 %'" lat. rigida nervosa. Sti- piilae 1'." long., basi 1'" lat. Fiores plerumqne 4 rarius pauclores 2 et !_, apice pednncnli in capitnium fere congesti, pedicello calycis tnbum fere acquante. Corolla calyce triplo longior. Vexillum basi levlter plicato- bicallosnra. Vagina filamentorum lOmo adnato integra. Leg. coriaceum circ. 12 - sperraura, Semina ex rotundo compresso-angnlata, ex atro badia, fnniculo filiformi. Cetera cnm descriptione 1. <•. con- reninut. Jj,

Sellow leg. in Montevideo.

lt. nitens n. scrlcens , caulibiis suberectis ramosis qnadran- gularibus, foliolis nni - raro snbbi - jogis lanceolato- oblongis macronulatis subcoriaceis, stipulis obliqne lan- ceolatis pctiolo sublongioribns, pedunculo foliis lon- giorc raultiOoro, legumiue lineari pubescente coriaceo.

Canlis snbterraneus radicem sie dictam repentem effioit : rami (caules) herbacei, erecto-adscendentes , tetragoni, ra- mosi , striati, podales et ultra ant minores, imprimis superne pnbe sericeo nitcntl dense tocti. Folia brevi petiolata. Pe- tiolns triqneter, supra canalicnlatus striatus, crassiusculns, 2"' long., cirrho plernniqne simplici terminatus foliorum in- fer. brevissimo,